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Portbeschränkung unter Windows 2000 Server via IPSec


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Wie zuvor bereits erwähnt, besteht ein Webserver meist nicht nur aus dem HTTP-Dienst (Port 80), sondern bietet noch zusätzliche Dienste an, wie z.B. FTP, SMTP, DNS etc. Daher möchte ich Ihnen nun zeigen, welche Ports die gängigsten sind, bzw. welche Ports überhaupt benötigt werden könnten.

AchtungArbeiten Sie dieses Tutorial nicht direkt auf Ihrem Live-System ab! Testen Sie die Schritte bitte zunächst auf einem lokalen Test-Rechner. Für Schäden aus falscher Konfiguration oder Handhabung übernehme ich keine Haftung.

Weitere Ports freischalten
Da IPSec alle Ports, die Sie nicht explizit freigegeben haben, schließt, müssen Sie nun jeden benötigten Port manuell für den gewünschten Dienst freischalten. In der Regel sind dies nicht allzu viele und der Aufwand ist recht gering. Sie müssen lediglich Schritt 5 und/oder Schritt 6 (je nachdem, in welche Richtung der Datenstrom fließen soll) aus der vorherigen Seite für jeden gewünschten Port wiederholen.

Sollten Sie sich nicht sicher sein, welche Dienst welchen Port verwendet, kann ich Ihnen eine umfangreiche Zusammenstellung bei iana.org (engl.) empfehlen.

Die gängigsten TCP-Ports finden Sie nachfolgend nochmals separat aufgelistet (Zahlen in Klammern stehen für den UDP-Port dieses Dienstes):

Dienst Port Aufgabe
FTP 20/21 Datenübertragung via FTP
SSH 22 verschlüsselte Datenübertragung
Telnet 23 interaktives Arbeiten
SMTP 25 E-Mailversand über Mailserver
DNS 53 Namensauflösung von IP-Adressen
DHCP 67 (68) automatische Zuweisung von IP-Adressen
HTTP 80 WWW
POP3 110 E-Maildownload vom Mailserver
NNTP 119 Newsserver
NETBIOS 137-139 (445) Windows-Freigabe
NETBIOS 139 Windows-Ereignisanzeige
IMAP4 143 E-Maildownload vom Mailserver
SNMP (161/162) Simple Network Management Protocol zur Verwaltung und Wartung von Rechnern
LDAP 389 Online-Verzeichnisdienst
HTTPS 443 Sicheres HTTP, mit Verschlüsselung
SQL 1433 Microsoft SQL Datenbank
Terminaldienst 3389 Terminaldienstclient zur Administration
des Servers
pcAnywhere 5631 (5632) Symantec pcAnywhere
HTTP 8080, 8008 Weitere WWW-Ports
Tabelle zum Teil übernommen von der Universität Wien "Übersicht über die wichtigsten Protokolle und Ports".

AchtungBevor Sie nun loslegen und die Ports der Reihe nach freischalten, empfehle ich Ihnen, zuerst einmal zu prüfen, welche Sie hiervon wirklich benötigen. Bedenken Sie: jeder unnötig geöffnete Port, bietet eine neue Angriffsfläche!

Falls Sie Ihren Server remote bedienen, beispielsweise über den Terminaldienst-Client oder über Symantec pcAnywhere, sollten Sie auf KEINEN Fall vergessen, den dazugehörigen Port freizuschalten - ansonsten schließen Sie sich selbst aus, sobald Sie die Richtlinie aktivieren!


TIPP:
Legen Sie beim ersten Test auf Ihrem Server einen "Geplanten Task" an, der die Richtlinie automatisch nach einigen Minuten schließt. Somit können Sie, auch wenn Sie sich versehentlich vom Terminaldienst o.ä. ausgeschlossen haben, nach einigen Minuten wieder auf den Server.

1. Laden Sie sich die Datei ipsecpol_setup.exe ("Internet Protocol Security Policies Tool" von Microsoft auf Ihren Server herunter.
2. Rufen Sie die Datei auf und folgen Sie der Installationsanleitung.
3. Prüfen Sie den Installationspfad (C:\Programme\Resource Kit)
4. Öffnen Sie die Windows-Funktion "Geplante Tasks" mit
Start > Systemsteuerung > Geplante Tasks > Geplanten Task hinzufügen
5. Klicken Sie auf "Weiter", dann "Durchsuchen...". Navigieren Sie zu
C:\Programme\Ressource Kit\ und wählen Sie die Datei "IPSECPOL.EXE"
6. Wählen Sie dann die Option "Einmalig". Stellen Sie anschließend die Ausführungszeit ein - lassen Sie sich genügend Zeit zum Testen. 10 bis 20 Minuten sollten ausreichen.
7. Auf der nächsten Seite geben Sie bitte 2x das Userpasswort an.
8. Aktivieren Sie "Erweiterte Eigenschaften für diesen Task..." und klicken dann auf "Fertig stellen".
9.
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Unter "Starten" hängen Sie an die Zeile "C:\Programme\Ressource Kit\ ipsecpol.exe" noch ipsecpol.exe -w REG -p "Firewall" -y (der rot markierte Text steht für den Namen Ihrer Richtlinie, sollte diese nicht "Firewall" heißen, geben Sie bitte den von Ihnen gewählten Namen ein!)

Komplett:
"C:\Programme\Ressource Kit\ipsecpol.exe" ipsecpol.exe -w REG -p "Firewall" -y

10. Bestätigen Sie die Änderung mit "OK". Nun können Sie Ihre Richtlinie ruhigen Gewissens aktivieren. Sollten Sie wirklich von der Remote-Administration ausgeschlossen werden, können Sie sich nach einigen Minuten wieder ganz normal auf Ihrem Server einwählen und den Fehler suchen ;-)

Auf der nächsten Seite stelle ich Ihnen eine fertige Beispielrichtlinie vor, welche Sie sich herunterladen und in Ihre IP-Sicherheitsrichtlinie importieren können. Das Script enthält die meines Erachtens wichtigsten Protokolle, die Sie dann nach Belieben durch simple Mausklicks aktivieren können. Zudem erhalten Sie ein paar nützliche Tipps und Tricks, wie Sie die Sicherheit Ihres Servers testen können.

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